Personalforum Oberfranken 2019 beleuchtet Fragen und Antworten rund um Recruiting

Recruiting ist eine der drängenden Herausforderungen für Unternehmen – Fluktuation, Alterseffekte und demografische Effekt tragen ihren Teil dazu bei. Am 18. Oktober 2019 widmeten sich 70 Personalverantwortliche und Führungskräfte, vom Kleinunternehmen bis zum Großkonzern, dieser Thematik beim zweiten Personalforum Oberfranken. Die Fachveranstaltung hatte mgo Medienkraft Verstärker in Kooperation mit der Wirtschaftsregion Bamberg-Forchheim bereits zum zweiten Mal in der Mediengruppe Oberfranken organisiert.

„Es wird immer schwieriger, für anspruchsvolle Jobs die passenden Kandidaten zu finden.“ (Prof. Dr. Tim Weitzel)

Die Wünsche, Bedarfe und Vorstellung sowohl der Jobsuchenden als auch der Arbeitgeber ermittelt jährlich die Studie „Recruiting Trends“ des Centre of Human Resources Information Systems (CHRIS). Dem Publikum präsentierte Prof. Dr. Tim Weitzel von der Universität Bamberg die neuesten Erkenntnisse aus der diesjährigen Studie. Der Professor für Wirtschaftsinformatik und CHRIS-Leiter verdeutlichte: Anzeigen zu schalten reicht heute bei Weitem nicht mehr aus. Wie die „Recruiting Trends 2019“ zeigen, sind Mitarbeiterempfehlungen in Deutschland inzwischen der drittgrößte Kanal für Neueinstellungen. Allerdings stehen dem Plus der hohen Glaubwürdigkeit einige Nachteile gegenüber. So hat der Empfehlende häufig Angst davor, dass die Leistung des neueingestellten Mitarbeitenden auf ihn übertragen wird.

„Authentizität heißt: Sein gleich Schein“ (Prof. Dr. Tim Weitzel)

Wichtig sei, an allen Kontaktpunkten zum Kandidaten während der Candidate Journey von der Sichtbarkeit des Unternehmens bis zur Mitarbeit des Neueingestellten so konsistent und ehrlich wie möglich zu sein. Gelinge dies nicht, haben Unternehmen außerdem meist nicht nur Probleme, Nachwuchs zu finden: „Die Erfahrung, die ich beruflich mit einem Unternehmen gemacht habe, schwappt auch über auf dessen Produkte“, stellt Weitzel fest. Diskrepanzen zwischen Realität und Versprechen stimmten neben neuen auch bestehende Mitarbeitende unzufrieden.

Was Azubis wollen

Auszubildende als besonders schwierige Zielgruppe waren Schwerpunkt des diesjährigen Personalforum Oberfranken. Sie haben unklare Vorstellungen, sind schneller überfordert und tendenziell ängstlicher, wie Weitzel erklärt. Und: Für Azubis sind Eltern (noch immer) wichtige Entscheidungsträger. Auch sie sollten daher bei der Ansprache bestenfalls berücksichtigt werden.

Networking kam beim Personalforum Oberfranken ebenfalls nicht zu kurz: Im Rahmen eines World-Cafés diskutierten die Teilnehmenden in Gruppen über Fragen wie „Was erwarten Auszubildende heutzutage von ihrem Arbeitgeber?“, „Was kann ich Auszubildenden bieten, um sie nachhaltig an mein Unternehmen zu binden?“ oder „Über welche Kanäle informieren sich Auszubildende über konkrete Stellenausschreibungen?“.

In kurzen „5-Minuten-Pitches“ informierten außerdem Referenten von mgo Medienkraft Verstärker, Joblokal Nordbayern, claudiusbähr+friends sowie von der Bundesagentur für Arbeit, der Handwerkskammer Oberfranken, der IHK für Oberfranken und der BDS AZUBIAKADEMIE Bayern zu Themen wie die Candidate Journey der Generation Z, Apps für die junge Zielgruppe und die speziellen Ansprüchen der jungen Generation an ihren Arbeitgeber.

Bilder: Lukas Pitule & Valerie von Raven

Impressionen vom Personalforum Oberfranken 2019