Wie prĂĽfe ich eine Informationsquelle? Quellencheck einfach gemacht!

Gerade heute, am 1. April, sind sie wieder überall im Internet zu finden: Fake News. Nachrichten, die einfach nicht stimmen. Wir kommen an dieser Art der Nachrichten aber auch an den anderen Tage im Jahr nicht mehr vorbei. In der digitalen Welt verbreiten sie sich deutlich schneller, sodass innerhalb kürzester Zeit viele Menschen einer falschen Nachricht aufsitzen können.

Im Grunde sind es ein paar wenige Regeln, um Fake News zu erkennen – zusätzlich zu den offensichtlichen Falschmeldungen heute, die mit einem „April April“ gekennzeichnet sind. Die mit Sicherheit wichtigste Regel vorab: Menschenverstand einschalten. Wenn etwas zu schön klingt, um wahr zu sein oder wenn Emotionen angesprochen werden, wenn die Aufforderung an die Nachricht geknüpft ist, diese möglichst schnell und im Original weiterzuverbreiten, dann sollten schon die inneren Warnglocken schrillen. Zusammen mit unserem Redakteur und Quellenexperten Michael Busch haben wie ein paar Fragen zusammengetragen, um einzuschätzen, ob eine Nachricht seriös und richtig ist:

1. Woher stammen die Infos? Ist die Seite seriös?

Bei der Website auch mal in das Impressum schauen, vor allem wenn einem der Herausgeber (Online-Magazin, Nachrichten-Portal etc.) nicht bekannt vorkommt. Ein fehlendes oder unvollständiges Impressum ist ein erster Warnhinweis. Auch eine kryptische URL könnte ein Hinweis auf eine unseriöse Seite sein.

2. Kommt die Nachricht von einem professionellen Medienmacher oder einer Privatperson?

Schaut das Profil seriös und gepflegt aus? Gibt es vielleicht sogar ein Verifikationshäkchen auf der Social Media Plattform? Gibt es Interaktion auf den Content? Besteht die Seite schon länger als nur wenige Wochen? Könnte die „Person“ ein Social Bot sein? (Ob es ein Social Bot ist, kann überprüft werden, indem man das Profil und seine Aktivität checkt: Werden innerhalb eines Zeitraums sehr viele Inhalte erstellt und gepostet, könnte es sich um einen Bot handeln.)

Achtung: Neben Journalisten und Medienmacher dürfen natürlich auch Privatpersonen einen Artikel verfassen. Was leider einige vergessen, die den Beruf nicht erlernt haben, ist dass man einen Fakt immer von einer Meinung trennen muss. Klare Meinungen sind völlig ok und sogar wichtig in unserer Demokratie, aber sie sollten als das gekennzeichnet werden, was sie sind: subjektive Meinungsäußerungen.

3. Was soll mit der Nachricht erreicht werden? Soll Meinung beeinflusst oder eine politische Einflussnahme erreicht werden?

Nachrichten sind in der Regel sachlich und ohne Bewertung sowie aus mehreren Quellen recherchiert. Sollte über ein Fazit hinaus eine stark positive oder negative Bewertung erfolgen, ist der Beitrag eher ein persönlicher Kommentar oder eine Meinung, wie eben beschrieben.

4. Von wem wird die Nachricht verbreitet? Wer hat sie gepostet oder geteilt?

Es sollte immer bedacht werden, inwieweit das persönliche Umfeld in der Lage ist, eine seriöse Nachricht von Fake News zu unterscheiden. Vor allem, wenn die Information nicht von einer großen, bekannten Website stammt und sich durch Freunde, Familie oder auch entfernte Bekannte auf sozialen Netzen verbreitet, heißt das nicht unbedingt, dass diese Menschen selbst die Quelle überprüft haben.

5. Gibt es zu der Nachricht weitere Quellen?

Faustregel: Je größer ein vermeintliches Ereignis ist und je weniger weitere Quellen darüber berichten, desto verdächtiger ist es. Die Information stimmt vielleicht nicht und sollte dringend geprüft werden.

Achtung bei Bildern und Videos!

Abseits von Texten gelten die Regeln natürlich auch für Bilder und Videos, die heutzutage immer einfacher über den Einsatz generativer künstlicher Intelligenz erzeugt werden könnten. Zusätzliche Fragen sollten hierbei beachtet werden:

  • Stimmt der Kontext?
  • Passt das Bild, Video oder Foto zum Text?
  • Ist ein Video mit Musik unterlegt, um bestimmte Emotionen zu verstärken?
  • Ist das Bild stimmig? (Passen Jahreszeit und sichtbare Natur sowie Menschen, die teilnahmslos vom Hauptereignis im Bild sind?)
  • Könnte es sich um ein KI-Bild handeln? (Stimmt die Anzahl der GliedmaĂźen? Gibt es falsche Schatten? Stimmen die Details?)
  • Gibt es Hinweise auf Deep Fake? (Starre Gesichter, fehlende Lippensynchronität, schlechte Auflösung, unnatĂĽrlicher Unterkiefer bei der Bewegung oder monotones Sprechen können Hinweise darauf sein.)
  • Gab es das Bild schon in einem anderen Zusammenhang? (Eine ĂśberprĂĽfung ist ĂĽber eine BildrĂĽckwärtssuche mit z.B. Google-Lens möglich.)

Und damit wir es nicht vergessen, nochmal der Appell: Was sagt der gesunde Menschenverstand? Was sagt das Bauchgefühl? Wichtig ist es, skeptisch zu sein – gerade wenn sich Nachrichten nicht verifizieren lassen und jeder Mensch über soziale Netze mit nur wenigen Klicks ganz einfach falsche Informationen verbreiten kann. Wahrheiten dagegen verändern sich durch die genaue Überprüfung nicht, sie haben weiterhin Bestand. Erst bei den Fakes wird es kritisch. Also lassen Sie sich nicht zu einfach von Fake News abholen – erst recht nicht am ersten April.